Klaus Heintel: ein Hofer Dichter in der Nachfolge von Busch, Ringelnatz, Roth
(Projekt abgeschlossen)
Im Auftrag eines Freundes- und Hörerkreises aus Oberfranken habe ich die nachgelassenen und von Hubert Becker (Hof) gesammelten Gedichte und Prosatexte eines vor wenigen Jahren gestorbenen Hofer „Barden“ geordnet und lektoriert, der in der satirisch-humoristischen Tradition von Wilhelm Busch, Joachim Ringelnatz und Eugen Roth schrieb, der seinem Publikum Gedichte meist mündlich vortrug – aber nie den Versuch einer Publikation seiner ebenso (selbst-)kritischen wie witzigen Texte unternahm:
Klaus Heintel
Der Hofer Barde vom „Roten Roß“: Gedichte und Prosa
Herausgegeben von Hubert Becker
Dieses Buch im Format A5 mit 132 Seiten kostet 16 Euro und ist zu beziehen über:
Hubert Becker Steuerkanzlei, Kreuzsteinstr. 13, 95028 Hof/Saale, Tel. 09281-2467, Fax 09281-87706, E-Mail: Becker.Hof@t-online.de
Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem im Oktober 2008 erschienenen Buch:
K. H. über sich als Barde: Der Barde fällt dadurch auf, daß ihm nichts einfällt. (20.11.1998)
KontaktEs ist Winter. Im Walde schnieselt das Reh,
vor Kälte tun ihm die Rehkeulen weh.
Der Hase kaut eine gefrorene Rübe,
kaum sieht man sein Mümmeln im Schneegestiebe.
Dort hinten im Nebel das laute Geknirsch,
das stammt von einem bibbernden Hirsch.
Der würde ja gerne ein bisschen röhren,
wenn ihm dann nicht furchtbar die Zähne frören.
Die Karpfen im Teich sind zu Eisfisch erstarrt —
es lässt sich nicht leugnen: Der Winter ist hart!
Besonders hart trifft der Winter den Barden,
weil jetzt alle von ihm heiße Verse erwarten.
Doch es scheint jeden Winter dasselbe zu sein:
Wenn man ihn mal braucht, fällt dem Barden nichts ein!
Und fällt ihm was ein, ist es sicher nichts Heißes.
Es war ja nichts los und jedermann weiß es.
Und war dennoch was los, kann der Barde mitnichten
das, was los war, mit lockeren Versen bedichten.
…
